Was ist Positive Psychologie NICHT?

 Die Positive Psychologie ist wissenschaftlich validiert und daher nicht mit trivialen

„think-positive“-Appellen der Unterhaltungs-Zeitschriften und sozialen Netzwerke zu verwechseln.

Martin Seligman hat 1998 in seiner Antrittsrede als Präsident der Amerikanischen Psychologen Vereinigung (APA) gefordert, die Psychologie solle sich nicht nur (wie bisher) auf Defizite und Krankheiten fokussieren, sondern auch positive Emotionen und Eigenschaften in den Blick nehmenEs geht also nicht darum, das Negative völlig auszublenden. Vielmehr ist der Appell der Unterstützer Positiver Psychologie, beide Aspekte

(positive und negative) zu untersuchen und zu erforschen.

 

Was hat es mit der Kritik an der Positiven Psychologie auf sich?

Gelegentlich geäußerte Kritik an der Positiven Psychologie bezieht sich meist auf die Anfangsjahre dieser Forschungsrichtung und kann durch Fakten leicht geklärt werden.

Die Aussage, Positive Psychologie sei nur eine „Wissenschaft für weiße reiche Menschen“

zielt z.B. darauf ab, dass in den Anfangsjahren der Positiven Psychologie die Studien mit weißen Studenten durchgeführt wurden (wie es in anderen psychologischen Fachbereichen auch üblich ist).

Inzwischen hat sich die Forschung von USA auf Europa und Asien ausgedehnt, es werden Erwachsene, Kinder und Jugendliche in die Studien einbezogen und es gibt repräsentative Ergebnisse.

Manche Kritiker behaupten, die Positive Psychologie sei nur etwas für Einzelpersonen; auch das zielt auf die Anfangsjahre ab.

Längst schon ist die Positive Psychologie als hilfreich für Gruppen, Teams, Organisationen und die Gesellschaft an sich erkannt worden und wird in den unterschiedlichsten Feldern genutzt und erforscht:

Positive Organisations-Psychologie (Kim Cameron/Gretchen Spreitzer: The Oxford Handbook of Positive Organizational Scholarship, 2011)

Positive Leadership (Markus Ebner, 2019)

Positive Pädagogik (Ernst Fritz-Schubert: Schulfach Glück, 2008)